zurück

Krankenhaus Gerresheim

Gräulinger Str. 120, 40625 Düsseldorf

Geburtshilfliche- / Gynäkologische Abteilung


Die Kliniken der Landeshauptstadt Düsseldorf Gerresheim sind verkehrsgünstig über die Grafenberger Allee von Seiten der Stadt und über die Bergische Landstraße vom Umland her zu erreichen. Zusätzlich gewährleisten die Buslinien 725, 731, 733, 738 sowie die neu geschaffenen Straßenbahnverbindungen 709 und 713 eine gute Einbindung in das öffentliche Nahverkehrssystem. Wenn Sie als werdende Eltern mit dem eigenen PKW zu uns kommen, stehen Ihnen für Sie reservierte kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.

In der geburtshilflichen Abteilung kümmern sich unter der Führung von Chefarzt Prof. Dr. med. H. Albrecht 2 Oberärztinnen, 3 Oberärzte sowie 7 Assistenzärztinnen und -ärzte um Sie und Ihr Baby. Ein Team aus 6 Fachärztinnen/-ärzten für Kinderheilkunde sorgen sich ausschließlich um die Neugeborenen. Durch sie wird sichergestellt, daß die neuen Erdenbürger sowohl im Vorfeld als auch während und nach der Geburt optimal medizinisch betreut werden. Insbesondere nach der Geburt ergibt sich hierdurch die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind einzugehen.

8 Hebammen sorgen gemeinsam mit 2 Beleghebammen sowie 15 Kranken- und Kinderkrankenschwestern für eine familienorientierte Betreuung rund um die Uhr.

Bereits während der Schwangerschaft stehen wir Ihnen in Zusammenarbeit mit Ihrem Frauenarzt/-ärztin bei auftretenden Besonderheiten für notwendige Untersuchungen zur Verfügung. So führen wir ambulante Ultraschalldiagnostik, dopplersonographische Untersuchungen, spezielle CTG-Kontrollen sowie im Rahmen unserer Risikosprechstunde Beratungen bei Problemschwangerschaften durch.

Unter der Geburt bietet unsere Klinik das gesamte Spektrum einer modernen Geburtshilfe mit besonderem Schwerpunkt auf eine sanfte Entbindung unter Nutzung sämtlicher geburtserleichternder Methoden. Hierzu zählt zum Einen die geburtsvorbereitende Akupunktur, zum Anderen die Möglichkeit zur Wassergeburt, welche wir als einziges Haus in Düsseldorf anbieten. Roma-Rad, Geburtshocker und moderne individuell gestaltbare Entbindungsbetten komplettieren das Angebot. Auch bezüglich der Schmerzerleichterung vor und unter der Geburt bieten wir den werdenden Müttern von der Akupunktur bis hin zur Periduralanästhesie (PDA)/Spinalanästhesie alle Möglichkeiten der modernen Geburtshilfe an.

Sollte einmal ein Kaiserschnitt notwendig sein, so führen wir diesen nach der schonenden Methode nach Miscaf-Ladach durch, die wir 1998 als erste Klinik in der Landeshauptstadt einführten und die sich seitdem in der Geburtshilfe als Methode der Wahl etabliert hat. Selbstverständlich kann hierbei Ihr Partner der Geburt beiwohnen.

Durch unsere Hebammen wird eine kontinuierliche Betreuung während der Schwangerschaft, unter der Geburt und auch im Wochenbett gewährleistet. Neben den zahlreichen Geburtsvorbereitungskursen, Schwangerensport und geburtsvorbereitenden Akupunktursitzungen werden spezielle Babymassagekurse, Rückbildungsgymnastik im Wochenbett sowie Säuglingspflegekurse angeboten.

Auch in der Zeit nach dem Wochenbett haben Sie die Möglichkeit, mit anderen jungen Müttern in unserem Müttercafe Erfahrungen auszutauschen und sich Rat für die täglichen Probleme zu holen.

Sollten unsere Ausführungen Ihr Interesse geweckt haben, bieten wir Ihnen eine wöchentliche Kreißsaalführung mit anschließendem Kinderarztvortrag jeden Mittwoch um 16:30 Uhr an. Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit unter der Telefonnummer 0211-2800-3517/3518 zur Verfügung.



Im operativen Bereich bietet das Haus das komplett Spektrum der gyn. Operationsverfahren an. Schwerpunktmäßig ist hier neben den onkologischen Operationen die Diagnostik und Behandlung der Streßharninkontinenz zu nennen. Unter der Führung von Oberarzt Dr. Uhlig wurde dieser Bereich der Gynäkologie (Urogynäkologie) in den letzten Jahren konsequent auf- und ausgebaut. Die zunehmende Notwendigkeit einer Spezialisierung in der Urogynäkologie zeigt die steigende Anzahl von Betroffenen. Über zwei Millionen Frauen in Deutschland leiden unter einem unzureichenden Verschluß der Harnröhre mit unwillkürlichem Urinverlust(Streßharninkontinenz) die nur bei geringer Ausprägung konservativ mit Beckenbodengymanstikübungen behandelt werden sollte, ansonsten operiert werden muß, da Medikamente in diesem Falle nichts nutzen. Das Problem der weiblichen Harninkontinenz wird seit über 100 Jahren operativ behandelt, aber erst in den letzten 25 Jahren ist es nicht zu letzt auf Grund von wissenschaftlichen Untersuchungen des Körperaufbaues und der Organfunktionen der Harnblase und Harnröhre gelungen, befriedigende bis sehr gute Ergebnisse zu erlangen.

Bei den bisherigen Operationen zur Behebung der Harninkontinenz mußte fast immer ein großer Leibschnitt in Vollnarkose mit den entsprechenden Risiken (Narkose, Blutverlust, Schmerzen, Gefahr der Thrombose und Lungenentzündung durch Bettruhe, etc.) durchgeführt werden. Mit kräftigen Nähten versuchte man dann, mit mehr oder weniger viel Fingerspitzengefühl, die erschlaffte Harnröhrenmuskulatur zu unterstützen, in der Hoffnung, daß die Patientin nun keinen oder nicht mehr so viel Urin verliert, wie vor der Operation. Da die entsprechenden großen Wundflächen manchmal nicht gut heilten und die Patientin dann mit Fieber im Bett lagen, wurden ältere oder kranke Patientinnen nur äußerst ungern operiert.

Das dieses jetzt nicht mehr so ist, verdanken wir einer 1992 in Schweden entwickelte und erprobte Methode, das TVT (= tension free vaginal tape= spannungsfreie Vaginalband)

Dieses Verfahren findet in Deutschland immer mehr Anwender, zu denen auch das Krankenhaus Gerresheim gehört. Das Ziel dieses Verfahrens ist die Unterpolsterung und Stabilisierung der mittleren Harnröhre durch einen minimalen Eingriff von der Scheide aus.

Die Vorteile der TVT-Operation sind vor allem die, daß der ca. 30 bis 45 minütige kurze Eingriff in Lokalanästhesie durchgeführt wird und keine Vollnarkose notwendig ist. Dadurch können vor allem auch ältere Frauen mit Herzschwäche, Zucker und sonstigen Erkrankungen ohne großen Bauchschnitt von dem Laster des Urinverlieren befreit werden. Die Patientinnen können sofort wieder aufstehen und brauchen nicht im Bett liegen. Da sie nur einen ca. 3cm kleinen Schnitt im Bereich der Scheide haben, gibt es fast keine Wundheilungsstörungen, so daß sie auch nicht mehr 14 Tage im Krankenhaus bleiben müssen wie bisher. Schmerzen oder auch Urindauerableitung (Dauerkatheter) oder schmerzhaftes Fadenziehen nach der Operation gibt es beim TVT nicht.

Der größte Vorteil ist und bleibt aber der, das schon während der Operation der Erfolg (das willkürliche Urinhalten) gesehen werden kann.

Das Risiko, daß die Harnröhre nur ungenügend unterstützt wird wie auch die gefürchtete Überkorrektur mit der Unfähigkeit des normalen Wasserlassens wird beim TVT durch die aktive Mitarbeit der wachen Patientin minimiert bzw.vermieden. Das TVT-Band wird während der Operation vorsichtig und langsam unter kräftigen Hustenstößen der Patientin so lange angezügelt, bis sie eben gerade keinen Urin beim Husten mehr verliert. Ist diese Punkt erreicht, so braucht das Band auf Grund seiner Rauhigkeit nicht weiter durch andere Nähte an Bändern oder Knochenhaut des Beckenringes, welches erhebliche Schmerzen bereiten kann, weiter fixiert zu werden. Schutzhülsen, die das Band umgeben werden entfernt, und die Operation ist beendet.

Die Heilungs- und Besserungsraten liegen bei über 90% und haben ebenso guten Langzeitergebnisse, wie die Standartinkontinenzoperationen mit Bauchschnitt.

Voraussetzung für eine TVT-Operation ist, wie vor jeder Inkontinenzoperation eine aussagekräftige Blasendruckmessung (die Harnblase und Harnröhre werden mittels einer sehr aufwendigen Apparatur auf ihre Funktion und Kraft schmerzfrei gemessen) und die Überprüfung der Blasenentleerung. Im Krankenhaus Gerresheim sind wir in der Gynäkologie in der Lage, diese beiden Spezialuntersuchungen unseren Patientinnen anzubieten, was auch von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in zunehmendem Maße in Anspruch genommen wird. Desweiteren sollte neben einer gynäkologischen Untersuchung incl. Ultraschalluntersuchung die Krankengeschichte mit einem standartisierten Fragebogen präoperativ erfolgen. Eine Hormonbehandlung der Scheide für 1 bis2 Wochen wäre wünschenswert. Eine größere Senkung auch ohne weitere Beschwerden sollte allerdings vorher operativ behoben worden sein.

Fazit: Die Fälle, wo vor allem ältere Patientinnen mit einem Pessar zur Behebung der Harninkontinenz und/oder mit Windeln therapiert wurden, weil sie wegen ihres Alters oder sonstiger Erkrankungen von seiten des Herzens etc. nicht mehr eine Vollnarkose überstehen würden, sollten nun der Vergangenheit angehören. Durch die risikoarme Operation mittels TVT erlangt die Patientin rasch ihre Mobilität wieder und ist durch die Beseitigung der Streßharninkontinenz schon nach kurzer Zeit wieder in ihrem sozialen Umfeld, an dem sie nun wieder aktiv teilnehmen kann und nicht mehr durch ihren Urinverlust ausgegrenzt wird.